Ratgeber
Fugen reinigen: Hausmittel, Bürste und Wischsauger im Vergleich

Graue oder dunkle Fugen lassen auch frisch gewischte Fliesen ungepflegt wirken. Wer Fugen reinigen möchte, hat die Wahl zwischen Bürste, Hausmitteln und Gerätehilfe. Die richtige Methode hängt von Art und Zustand der Fuge ab. In diesem Ratgeber zeigen wir dir, wie du Schritt für Schritt vorgehst, welche Bürsten sich eignen, welche Hausmittel Grenzen haben und wo ein Wischsauger an seine Grenzen kommt.
Warum Fugen schneller schmutzig werden als Fliesen
Fugen sind rauer und saugfähiger als glatte Fliesen. Zementgebundene Fugenmasse hat feine Poren, in denen sich Schmutz, Fett und Feuchtigkeit festsetzen. Deshalb verfärben sie sich im Küchenbereich oder im Bad schneller als die Fläche daneben. Hinzu kommen Seifenreste im Bad und Fettfilm in der Küche, die sich in der Fuge besonders gern halten.
Dazu kommt, dass beim normalen Wischen vor allem die Fliesenoberfläche erreicht wird. Der Wischlappen gleitet über die Fuge hinweg und nimmt aus der Vertiefung wenig auf. Regelmäßiges Reinigen verhindert, dass sich der Schmutz tief einlagert. Je länger der Schmutz in der Fuge bleibt, desto fester sitzt er und desto mehr Aufwand braucht die spätere Reinigung. Eine kurze Pflege nach dem Duschen oder Kochen kann hier schon helfen.
Prüfe zuerst, um welche Fuge es sich handelt. Zementfugen, Epoxidfugen und elastische Silikonfugen reagieren unterschiedlich auf Reiniger. Die Angaben des Fliesen- oder Fugenherstellers sind deshalb der beste Ausgangspunkt. Silikonfugen sind elastisch und reagieren empfindlich auf scharfe Mittel, während Zementfugen deutlich robuster gegenüber Mechanik sind.
Fugen reinigen: Schritt für Schritt

Entferne zuerst losen Schmutz mit Besen oder Staubsauger, damit du ihn nicht in die Fuge schiebst. Feuchte die Fuge dann leicht an und trage einen milden Reiniger auf, den der Hersteller für Fliesen und Fugen freigibt. Lass ihn so lange einwirken, wie auf der Packung angegeben. Arbeite in kleinen Abschnitten, damit der Reiniger nicht antrocknet. So behältst du den Überblick über das Ergebnis.
Anschließend bearbeitest du die Fuge mit einer Bürste. Arbeite in Fugenrichtung und mit mäßigem Druck, damit du die Oberfläche nicht abträgst. Spüle den gelösten Schmutz mit klarem Wasser ab und nimm das Wasser mit einem Tuch oder, wenn vorgesehen, mit einem Nass-Trockensauger auf. Nutze für den ersten Durchgang lieber weniger Druck und wiederhole ihn bei Bedarf, als die Fuge dauerhaft zu beschädigen.
Lass die Fugen danach vollständig trocknen und lüfte den Raum. Bei stark verfärbten Stellen kannst du den Vorgang wiederholen, statt zu aggressiveren Mitteln zu greifen. Das schont Fuge und Fliese. Trage danach bei Bedarf einen Fugenstift oder eine Versiegelung auf, wenn der Hersteller dies empfiehlt.
Die richtige Bürste und Hausmittel mit Vorsicht
Für den Alltag eignet sich eine Fugenbürste mit Kunststoffborsten. Sie ist hart genug, um Schmutz zu lösen, aber meist schonender als Metall. Metallbürsten können die Fugenoberfläche und empfindliche Fliesen zerkratzen, daher solltest du sie meiden. Eine alte Zahnbürste funktioniert bei kleinen Flächen. Dampfreiniger werden ebenfalls für Fugen eingesetzt. Prüfe auch hier, ob Fliese, Fugenmasse und Gerät dafür freigegeben sind.
Beliebte Hausmittel sind Natron und verdünnter Essig. Natron als Paste wirkt leicht schleifend und kann Flecken lösen. Essig oder Zitronensäure bei Kalk wirkt nur auf säurefesten Fliesen. Zementfugen können durch Säure aufrauen, deshalb sollten sie sparsam und nicht dauerhaft zum Einsatz kommen. Auf Naturstein sind sie tabu. Natron und Wasser ergeben eine Paste, die du mit der Bürste einarbeitest. Spüle den Rest danach gründlich ab.
Wichtig: Mische niemals Reiniger miteinander, und verwende keinen Essig zusammen mit chlorhaltigen Mitteln, da dabei giftige Gase entstehen können. Lüfte beim Arbeiten gut und trage bei Bedarf Handschuhe. Hausmittel sind kein Allheilmittel, und bei tief sitzenden Verfärbungen kann ein spezieller Fugenreiniger sinnvoller sein. Verwende nur Mittel, die zur Fugenart passen. Das klingt banal, verhindert aber die meisten Schäden.
Was ein Wischsauger bei Fugen kann und was nicht

Ein Wischsauger saugt und wischt in einem Arbeitsgang und hält die Fliesenfläche dadurch gleichmäßig sauber. Das hilft, weil sich weniger Schmutz in den Fugen ansammelt, wenn die Fläche regelmäßig gründlich gereinigt wird. Unseren Überblick zu geeigneten Modellen findest du im Vergleich der besten Wischsauger. Sinnvoll ist eine feste Routine: Einmal pro Woche mit dem Wischsauger über die Fläche, bei Bedarf alle paar Wochen mit der Bürste in die Fugen.
Gleichzeitig gilt: Die Bürstenwalze erreicht die Fugen nur begrenzt. Sie ist auf die Fläche ausgelegt und löst festsitzenden Schmutz in der Vertiefung kaum. Für sichtbar verfärbte Fugen brauchst du weiterhin Bürste und Reiniger. Der Wischsauger nimmt dir aber die Fläche ab und kann das Spülwasser aufnehmen. Zusätzlich schadet es nicht, zwischendurch nur Wasser zu verwenden, damit sich keine Reinigerreste in den Fugen sammeln. Wir testen Geräte nicht selbst und verlassen uns hier auf die Herstellerangaben, daher gilt auch für das Spülwasser: erst prüfen, was dein Gerät zulässt.
Wie das Wasser vom Boden verschwindet, hängt von der Bauart ab. Mehr zu den Gerätetypen erfährst du in unserem Überblick der Nasssauger und Nass-Trockensauger. Beachte immer die Herstellerangaben, welche Reiniger im Gerät erlaubt sind. Gerade bei Flächen mit vielen Fugen, etwa kleinen Mosaikfliesen, lohnt sich diese Aufgabenteilung.
Vorbeugen: So bleiben Fugen länger sauber
Regelmäßiges Lüften verringert Feuchtigkeit und damit das Risiko für Stockflecken und Schimmel. Trockne Spritzwasser im Bad nach der Dusche ab, besonders an den Silikonfugen. Das ist die einfachste Maßnahme. Wer diese Routine einhält, muss die Fugen seltener intensiv bearbeiten und schont damit auch das Material.
Bei Zementfugen kann eine Imprägnierung oder Versiegelung helfen, die Poren zu schließen. Ob das für deine Fugen geeignet ist, klärst du am besten mit dem Hersteller oder einem Fachbetrieb. Nicht jede Fugenart muss oder darf versiegelt werden. Dichtstoffe sollten außerdem nur mit geeigneten Produkten gepflegt werden, um die Elastizität zu erhalten.
Silikonfugen mit Schimmel sind ein Sonderfall: Leichte Verfärbungen lassen sich manchmal mit einem für Silikon geeigneten Reiniger entfernen. Bei starkem oder wiederkehrendem Befall ist oft das Erneuern der Fuge sinnvoll, bei großflächigem Schimmel lohnt sich Fachrat. Mehr zur Flächenpflege liest du in unserem Beitrag Fliesen reinigen. Eine kurze Kontrolle nach dem Duschen genügt oft, um Probleme früh zu erkennen. Dann reicht meist eine milde Reinigung.
Kurz beantwortet
Womit reinige ich Fliesenfugen am besten? Mit einem milden Reiniger, den der Hersteller freigibt, und einer Fugenbürste mit Kunststoffborsten. Arbeite mit mäßigem Druck und spüle gut nach. Wiederhole den Vorgang lieber, als zu aggressiv zu schrubben.
Hilft Essig bei dunklen Fugen? Nur eingeschränkt. Säure kann Zementfugen aufrauen und ist auf Naturstein tabu, daher solltest du sie nicht dauerhaft nutzen. Spüle Reste danach immer gut ab und lüfte den Raum.
Reinigt ein Wischsauger die Fugen mit? Nur begrenzt, weil die Bürstenwalze nicht tief in die Fuge reicht. Für verfärbte Fugen bleibt die Handbürste nötig. Für große Flächen ist er trotzdem eine Entlastung.
Darf ich Reiniger mischen? Nein, auf keinen Fall. Gerade Essig und chlorhaltige Mittel können giftige Gase freisetzen. Das gilt auch für scheinbar harmlose Haushaltsmittel.
Was tun bei Schimmel in Silikonfugen? Bei leichtem Befall hilft ein dafür geeigneter Reiniger. Bei starkem Befall ist ein Erneuern der Fuge meist die bessere Lösung. Nutze dafür keine Reiniger, die das Silikon spröde machen könnten.
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